„Fußballfieber – der VfB Stuttgart und seine Geschichte“ 12.10.2014

Fernsehtipp: „Fußballfieber – der VfB Stuttgart und seine Geschichte“ am Sonntag, 12.10.2014, um 20:15 Uhr im SWR-Fernsehen

Fußball war und ist in erster Linie Emotion – mit Momenten größter Freude und heißer Tränen. Für die Spieler und – vielleicht mehr noch – für die mitjubelnden und mitleidenden Fans.

Zwei Redaktionen des SWR, die Redaktion Zeitgeschehen und die Kollegen vom Sport, haben sich zusammengetan und erzählen die Geschichte der großen Fußballvereine im Südwesten. In vier Filmen zeigen sie Begegnungen, die sich ins Gedächtnis der Fans eingebrannt haben, die Sternstunden aber auch die bitteren Zeiten. Rund um diese zahlreichen „Spiele fürs Geschichtsbuch“ sind Rückblicke auf die Historie und Betrachtungen „am Spielfeldrand“ eingebettet. „Fußballfieber“ – vier Mal Geschichte(n) voller Leidenschaft.

„Die jungen Wilden“, die Bezeichnung für die erfolgreichen Jungstars aus dem eigenen Nachwuchs zu Anfang des Jahrtausends, sollte bis vor kurzem Kurzem das Label für die gesamte VfB-Geschichte werden. In der Tat gibt es keinen Verein, der den eigenen Nachwuchs so erfolgreich fördert. Das wird auch von den Fans anerkannt. Ansonsten müssen sich die Spieler in Stuttgart die Zuneigung ihrer Anhänger hart erarbeiten, unverbrüchliche Liebe, bedingungsglose Treue gibt es nicht. Die „Bruddligkeit“ der Tribüne ist berühmt-berüchtigt.

Auch teure Spieler-Einkäufe werden in der schwäbischen Hauptstadt nicht sonderlich geschätzt. Und das obwohl der Großraum Stuttgart eine der wohlhabendsten Regionen Deutschlands ist.

Die Anfänge des Vereins für Ballspiele (VfB) reichen bis in das Jahr 1893 zurück. In den ersten Jahrzehnten war man beim VfB national gesonnen und königstreu. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg geriet der Verein dann in „erzkonservative Fahrwasser“, so der Vereinsarchivar Harald Jordan. Schon 1932 hatte man den Nazis den Platz für eine Großkundgebung zur Verfügung gestellt und viele waren „trunken vor der Aussicht auf die erneute nationale Größe“. In den Jahrzehnten nach dem Krieg blieb die eigene Haltung zum NS ein Tabuthema, niemand wagte es, nachzufragen, zumal es auch personelle Kontinuitäten gab.

Rein sportlich gesehen erinnern sich VfB-Fans gerne an die, auch für Stuttgart, „goldenen“ 50er Jahre, die 1950 mit der ersten Deutschen Meisterschaft für den Verein beginnen. Bei der Rückkehr aus Berlin bejubeln 300.000 Stuttgarter ihre Helden. Dabei ist die Stadt damals schon – und noch für lange Zeit – gespalten in „Rote“ und „Blaue“, in Anhänger des VfB und in Anhänger der Stuttgarter Kickers. Der VfB gilt als „konservativ“, die Kickers als „Revoluzzer“. 1952 wird der VfB Stuttgart erneut Deutscher Meister, 1958 Pokalsieger. Aber die damalige Erfolgsserie lässt sich nicht mehr wiederholen.

Es gelingt dem VfB zwar, sich in der Bundesliga zu etablieren aber nie, sich auf Dauer „oben“ festzusetzen. Durch die Vereinsgeschichte ziehen sich hohe sportliche Ansprüche, die nicht selten an schwäbischer Sparsamkeit scheitern. Die Professionalisierung mit der Einführung der Bundesliga, 1963, fällt dem Verein schwer, nur mühsam setzt sich modernes Management durch und als andere Vereine längst eine „Marke“ mit eigenem Marketing und Merchandising sind, gibt es in Stuttgart außer ein paar Fan-Schals nichts zu kaufen. Das aber hat sich längst geändert.

Jens Ottmann und Thomas Wehrle spüren in ihrem Film der Geschichte des Vereins nach und haben u. a. Sami Khedira, Lothar Weise, Thomas Hitzlsperger und Jogi Löw für die Mitwirkung gewinnen können.


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