„betrifft“ 15.10.2014

„betrifft“ am Mittwoch, 15.10.2014, um 20:15 Uhr im SWR-Fernsehen

Thema
Spitzel und Spione
Innenansichten aus dem Verfassungsschutz

Nach einjähriger Vorbereitungszeit ist es den Autoren erstmals gelungen, mit 40 aktiven Verfassungsschützern ausführliche Interviews zu führen. Darunter sind mehr als ein Dutzend „Geheim-Agenten“, die im so genannten „operativen Bereich“ tätig sind.

Sie stellen sich den Fragen der Reporter, sprechen über ihre Tätigkeit, ihr Selbstverständnis und ihre Scham wegen des Versagens beim NSU-Skandal. Der Film zeigt unzensierte Innenansichten deutscher Inlandsgeheimdienste, vor allem in Sachen NSU. „Wir dachten doch, wir hätten das alles im Griff“, sagt eine leitende V-Mann-Führerin nachdenklich. „Ich habe Freunde, die auch Migrationshintergrund haben. Wie kannst du denen das als Verfassungsschützer erklären?“

Im Vordergrund stehen Fragen nach der Führung von V-Leuten im rechten und im islamistischen Milieu sowie nach der Arbeit von Observanten zwischen Versteckspiel und wilden Verfolgungsjagden à la James Bond. Des Weiteren fragt die Dokumentation nach der amerikanischen Spionage auf deutschem Boden und nach dem Agentenleben mit falschem Namen und ausgedachter Legende. Auf diese Weise entsteht ein Bild vom deutschen Verfassungsschutz – mit manch nachdenklicher Aussage.

Auf die Frage, ob sie sich bei ihrer Arbeit manchmal wie ein Spitzel vorkäme und moralische Skrupel habe, bekennt eine Agentin selbstkritisch über ihr Handeln: „Ich bin mit der Verbeamtung auch vereidigt worden, und zwar auf mein Gewissen. Und da denke ich schon sehr oft dran, das muss ich zugeben.“


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