Spatenstich für Sanierungsmaßnahmen am Zehntstadel in Steinheim

12.10.2018 Memmingen. Den offiziellen Spatenstich zum Start der Sanierungsmaßnahmen am Zehntstadel in Steinheim eröffnete Oberbürgermeister Manfred Schilder mit den Worten: „Was lange währt, wird endlich gut“, und sprach damit vielen Anwesenden aus der Seele. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem späten Mittelalter soll bis zum Frühjahr 2020 in ein Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden.

„Damit schaffen wir etwas, was der Ortsmitte des prosperierenden Stadtteils Steinheim gerecht wird“, äußerte sich das Stadtoberhaupt. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement, im Besonderen aber bei Staatsminister a. D. Josef Miller, der durch seinen Einsatz einen großen Teil der Fördergelder akquirieren konnte.

„Der Schlüssel zu allem ist Geduld. Nicht durch Aufschlagen, sondern durch Ausbrüten wird aus dem Ei ein Küken“, zitierte Thomas Barth, Vorsitzender des Vereins Dorfgemeinschaft Steinheim, ein chinesisches Sprichwort und spielte damit auf die lange Zeit an, die das Gebäude ungenutzt herumstand und verwahrloste. Nach über einer Generation des Wartens, freute er sich nun über die begonnen Baumaßnahmen. „Das neue Dorfgemeinschaftshaus wird ein Schmuckstück werden, das die Menschen zusammenkommen lässt und damit die Gemeinschaft fördert.“

Auch Baumeister Wolfgang Zettler und Zimmerer Hermann Rehklau bliesen ins gleiche Horn, bedankten sich für die Auftragserteilung und waren sich einig, dass sich der steinige Weg bis zum Sanierungsbeginn des Gebäudes gelohnt hat.

„Der Zehntstadel gibt Steinheim mit seiner alten Geschichte Identität. Ein Neubau könnte dies nicht. Daher ist es wichtig, das Denkmal für den Ort zu erhalten“, legte Architekt Sebastian Dellinger dar.

Der Stadel, dessen Ursprung wohl im späten Mittelalter liegt, diente zur Lagerung des Zehnten. Lange war er im Besitz des Memminger Unterhospitals. 1750 wurde er erweitert. Mit der Auflösung des Spitals im Jahr 1803, verlor der Stadel zunächst an Bedeutung. Mitte des 19. Jahrhunderts fand mit der „Bauernbefreiung“ das feudale Gesellschaftssystem ein Ende. Das scheinbar nutzlose Gebäude wurde zu einem Bauernhof umgebaut und wechselte häufig den Besitzer. Es entstand der heute so charakteristische und das äußere Erscheinungsbild prägende Wohneinbau.

Die Nutzfläche des sanierten Gebäudes wird bei rund 750 Quadratmetern liegen. Geplant sind eine Küche, ein Mehrzweckraum, ein Proberaum für die Musikkapelle sowie zwei Sitzungszimmer. Zudem soll der Bau barrierefrei gestaltet werden und erhält daher auch einen Aufzug. Zukünftig wird der Stadel dann als Dorfgemeinschafts- und Vereinshaus für viele Veranstaltungen wie Vereinsfeste, Geburtstagsfeiern oder auch Hochzeiten genutzt werden können. Bis zum Frühjahr 2020 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Die Baumaßnahmen haben bereits mit der Unterkellerung begonnen. Anschließend werden die Arbeiten oben weitergehen. „Im Rahmen des Denkmalschutzes soll so viel wie möglich von dem ursprünglichen Stadel erhalten werden“, so Schilder. Dafür werden das Mauerwerk und die Holzbalken genau unter die Lupe genommen und nötigenfalls ausgetauscht. Mittlerweile ist das Ganze Gebäude von außen mit Stützbalken und einem Baugerüst eingefasst, sodass auch die Ortsdurchfahrt eingeschränkt ist.

Offizieller Spatenstich für den Start der Sanierungsarbeiten des Zehntstadels in Steinheim (von links): Baureferatsleiter Fabian Damm, Stadtplanungsamtsleiter Uwe Weißfloch, Mitglied des Bürgerausschusses und Fördervereins Steinheim Ralf Hempfer, Vorsitzender des Fördervereins Dorfgemeinschaft Steinheim e.V. Thomas Barth, Landtagsabgeordneter und Bürgerbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung Klaus Holetschek, 2. Bürgermeisterin Margareta Böckh, Oberbürgermeister Manfred Schilder, 3. Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger, Staatsminister a.D. Josef Miller, Stadtrat und Stadtteilreferent für Steinheim Gerhard Neukamm, Baumeister Wolfgang Zettler, Zimmerer Hermann Rehklau, Architekt Björn Manns und Architekt Sebastian Dellinger. (Foto: V. Weyrauch / Pressestelle Stadt Memmingen)


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