Schachener Straße in Lindau wird zur Fahrradstraße

20.4.2021 Lindau (Bodensee). In Lindau wird es künftig eine weitere Fahrradstraße geben: Konkret geht es um den Ausbau der Schachener Straße zwischen Badstraße und Villa Alwind.

Geplant wird im Rahmen eines Förderprojektes.

Die geplante Fahrradstraße geht zurück auf das Nahmobilitätskonzept, das die Stadt Lindau im Jahr 2019 gemeinsam mit Lindauer Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet hat. Ziel ist es, die Freizeit- und die Alltagsmobilität im Stadtgebiet zu fördern und so den Radverkehrsanteil zu erhöhen.

Pius Hummler, Abteilungsleiter GT-Projekte, nutzt dieses Projekt, um in der Bürgerbeteiligung neue Wege zu gehen. Bereits vor der Planung der Fahrradstraße hatte er gemeinsam mit dem verantwortlichen Planungsbüro Anrainerinnen und Anrainer zu einem Informationsspaziergang eingeladen.

Bei diesem Spaziergang sollten die Betroffenen über die Idee und den aktuellen Stand des Projektes informiert werden. Auch sollten bei dieser Gelegenheit vor Ort Gedanken, Hinweise und Befürchtungen gesammelt werden, um diese dann in der Planung berücksichtigen zu können.

Dass dies der richtige Schritt war, zeigte das große Interesse am Informationsspaziergang. Um alle Interessentinnen und Interessenten unter Berücksichtigung der Corona-Hygiene-Maßnahmen mitnehmen zu können, wurden kurzerhand zwei Spaziergänge organisiert. Neben Pius Hummler nahmen auch Gerhard Engstler vom Planungsbüro Besch und Partner sowie Stadtrat Marc Hübler teil.

Während des Spaziergangs wurde nicht nur das Konzept der Fahrradstraße erläutert, sondern auch Fragen beantwortet und Hinweise aufgenommen. So hatten einige Bewohner Sorge, dass Besucher, Kunden oder Zulieferer die Schachener Straße künftig nicht mehr benützen dürfen.

Geplant ist jedoch, dass die Erreichbarkeit durch eine entsprechende Beschilderung immer gewährleistet sein wird.

Die Gestaltung der Fahrradstraße umfasst eine sechs Meter breite Fahrradstraße und einen etwa zwei bis drei Meter breiten Gehweg sowie Gestaltungselemente zur Verkehrsführung. Dies soll sicherstellen, dass Fußgänger vor den Fahrradfahrern sicher sind.

Für die gesamte Strecke der Fahrradstraße gilt eine Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern, auch für Radfahrer. Dadurch wird der motorisierte Verkehr kaum behindert.

Auf der Fahrradstraße selbst wird es keine Parkplätze geben. Es sind jedoch Parkplätze neben der Fahrbahn möglich. Ob diese als Anwohnerparkplätze ausgewiesen werden können, wird noch rechtlich geprüft. Außerdem wurden Ideen wie die Änderung der Linienführung der Buslinie 4 oder die Einbahnstraßenführung von Alwindstraße und Lindenhofweg diskutiert.

Pius Hummler fasst die Erfahrung aus diesem Informationsspaziergang so zusammen:

„Dieser Spaziergang war für mich etwas Neues und sehr informativ. Wir haben einige Hinweise bekommen, die von uns nun überprüft und gegebenenfalls in der weiteren Planung berücksichtigt werden können.“

Und auch Verkehrsplaner Gerhard Engstler meint:

„Es war eine offene und positive Atmosphäre. Wir wollen, dass Planung und Umbau vor allem den Anwohnerinnen und Anwohnern zugutekommen.“

In den kommenden Monaten wird an der konkreten Planung gearbeitet. Die gesammelten Hinweise der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Spaziergang werden dann auch geprüft und wenn möglich berücksichtigt.

Im Sommer werden die Pläne den Anrainerinnen und Anrainern dann vorgestellt und mit ihnen diskutiert.


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