Tarifabschluss bei der Volkswagen AG

14.4.2021. Die Verhandlungskommissionen der Volkswagen AG und der IG Metall haben sich gestern nach intensiven Verhandlungen erfolgreich auf ein langfristiges Tarifpaket für die 120.000 Beschäftigten der Volkswagen AG geeinigt.

Arne Meiswinkel, Verhandlungsführer der Volkswagen AG und Leiter Konzern Personalgrundsätze und Steuerung, sagte nach Abschluss der Verhandlungen: „Wir haben einen Tarifabschluss mit Augenmaß und Vernunft erzielt, der dem besonders herausfordernden Umfeld seit dem Beginn der Pandemie gerecht wird.“

Die Volkswagen AG und die IG Metall haben sich auf ein umfassendes Tarifpaket mit 23 Monaten Laufzeit bis Ende November 2022 verständigt.

Rückwirkend für den Zeitraum seit 1. März 2020 wird eine einmalige Corona-Beihilfe in Höhe von 1.000 Euro im Juni dieses Jahres ausgezahlt.

Ab Januar 2022 folgt eine Entgelterhöhung von 2,3 Prozent.

Mit einem einmaligen arbeitgeberfinanzierten Versorgungsbaustein in Höhe von 150 Euro stärkt Volkswagen ab September 2021 zudem die betriebliche Altersvorsorge. Als neuer Entgeltbaustein wird eine monatliche Zulage von 150 Euro zusätzlich zum Monatsentgelt eingeführt, welche die bisherige leistungsorientierte Vergütung ab Mai 2021 nicht nur ersetzt, sondern für alle Beschäftigten einheitlich gestaltet.

Ebenfalls wurde vereinbart, die 1.400 jährlichen Ausbildungsplätze bis 2025 fortzuschreiben.

Verhandlungsführer Meiswinkel sagte: „Die Tarifverhandlungen standen im Zeichen der Corona-Krise. Deshalb war es unverzichtbar, dass ein Abschluss dieser außergewöhnlichen Situation Rechnung trägt. Wir wollen und müssen Wettbewerbsfähigkeit, Stärke in der Transformation und Verlässlichkeit gegenüber unseren Beschäftigten miteinander vereinbaren und sichern. Das ist uns mit dem Tarifabschluss gelungen.“

Das laufende Jahr werde weiterhin von hoher Unsicherheit und von der Pandemie geprägt sein, sagte Meiswinkel.

„Deshalb erhalten unsere Tarifbeschäftigten im Juni 2021 einmalig eine Corona-Beihilfe in Höhe von 1.000 Euro als Zeichen der Wertschätzung für ihre Leistungen und die engagierte Arbeit unter den besonders fordernden Corona-Bedingungen. Ab Januar 2022 tritt dann die Entgelterhöhung von 2,3 Prozent in Kraft. Darüber hinaus haben wir mit der monatlichen tariflichen Zulage einen neuen Entgeltbaustein geschaffen. Er rückt an die Stelle der Leistungsorientierten Vergütung. Damit erhalten unsere Tarifbeschäftigten ab Mai 2021 einheitlich 150 Euro monatlich.“

Ferner haben sich die Volkswagen AG und die IG Metall darauf verständigt, eine anteilige Wandlung der tariflichen Zusatzvergütung für alle Beschäftigten in drei tarifliche Freistellungstage jährlich zu ermöglichen. Dies verbessert die Flexibilisierung der Arbeitszeit und die Wahlmöglichkeit für Beschäftigte zwischen Entgelt und Freizeit.

Für Beschäftigte mit besonders belasteten Lebens- und Arbeitssituationen, wie Pflege, Schichtarbeit oder Kinderbetreuung gilt weiterhin die Möglichkeit der vollständigen Wandlung in sechs freie Tage.

Wichtiger Teil des Tarifabschlusses ist der vereinbarte Baustein zur Ausbildung. Insgesamt stehen in den kommenden vier Jahren 1.400 Ausbildungsplätze pro Jahr zur Verfügung.

„Wir sichern Ausbildung qualitativ und quantitativ erneut auf dem Niveau der Vorjahre. Das ist gerade in der Transformation unverzichtbar. Erstmals haben wir tariflich festgeschrieben, dass für besondere Qualifizierungen in außerordentlich wichtigen Zukunftsberufen wie den aus der Fakultät 73 hervorgehenden Software-Entwicklerinnen und -Entwicklern 250 Plätze zur Verfügung stehen. Das ist ein starkes Bekenntnis zur Zukunft und zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung“, betonte Meiswinkel abschließend.

Der Haustarifvertrag der Volkswagen AG gilt für rund 120.000 Beschäftigte der Werke in Wolfsburg, Braunschweig, Hannover, Salzgitter, Emden und Kassel sowie der Volkswagen Financial Services AG.

Volkswagen Konzern (Quelle: Volkswagen AG)


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