Dr. Frank Welsch im Interview

11.7.2019. Volkswagen hat der Erfolgsgeschichte des ID.R zwei weitere Kapitel hinzugefügt: Dem Rundenrekord für elektrisch angetriebene Fahrzeuge auf der Nürburgring-Nordschleife folgte der absolute Streckenrekord beim Goodwood Festival of Speed.

Damit konnte erneut eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der Elektrotechnologie unter Beweis gestellt werden. Doch der ID.R ist mehr als ein Rekordhalter. Er ist der sportliche Vorbote der ID. Familie – den rein elektrisch angetriebenen Serienfahrzeugen, die ab 2020 auf den Markt kommen. Im Interview spricht Dr. Frank Welsch, Entwicklungsvorstand Volkswagen Pkw, über die Bedeutung der Rekorde für die Elektromobilitäts-Offensive der Marke.

Herr Dr. Welsch, welchen Stellenwert haben die beiden jüngsten Rekorde des ID.R für Sie?

Die Bestzeiten auf der Nürburgring-Nordschleife und beim Goodwood Festival of Speed sind eine weitere Bestätigung für die hervorragende Arbeit des gesamten Volkswagen Motorsport Teams und machen mich persönlich stolz. Der Elektroantrieb läutet bei Serienfahrzeugen eine neue Ära ein. Volkswagen leistet mit der vor der Markteinführung stehenden ID. Modellfamilie einen wichtigen Beitrag dazu. Den ID.R sehe ich in diesem Zusammenhang als wichtigen Botschafter.

Wie ordnen Sie die Leistung des ID.R in der Gesamtbedeutung für Volkswagen ein?

Mit dem ID.R haben wir wiederholt gezeigt, wie leistungsfähig Autos von Volkswagen mit Elektroantrieb schon heute sind. Ab dem Jahr 2020 bringen wir mit den ID. Modellen eine ganze Produktfamilie rein elektrischer Fahrzeuge auf den Markt. Als sportliches Aushängeschild dieser künftigen Serienmodelle verbindet der ID.R die technische Kompetenz beim Elektroantrieb mit den Emotionen und der Faszination des Motorsports.

Motorsport gilt als Testfeld für die Technologie von Serienfahrzeugen. Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Rekordfahrten des ID.R?

Zunächst einmal hat die gesamte Entwicklung des ID.R zu einem Technologietransfer zwischen Volkswagen Motorsport und verschiedenen Fachabteilungen der Serienentwicklung bei Volkswagen geführt. Dies betraf vor allem den Bereich des Elektroantriebs. Die Motorsportler haben zum Beispiel vom Know-how der Serienentwicklung beim Aufbau von Batteriezellen und beim Handling von Hochvolt-Komponenten im Fahrzeug profitiert.

Funktionierte der Technologietransfer auch in der umgekehrten Richtung?

Absolut. Die Serienentwickler haben beispielsweise mit großem Interesse verfolgt, wie das Motorsport-Team mit dem Thema Schnellladetechnologie umgeht, wie es Komponenten aus dem 3-D-Drucker für die Karosserie des ID.R eingesetzt hat und mit welcher Strategie es Energieabgabe und Rekuperation während der Fahrt optimiert. Auch wenn wir bei unseren Serienfahrzeugen –zum Beispiel beim Energiemanagement – im Alltag ganz andere Anforderungen haben als beim ID.R, der am absoluten Limit bewegt wird, ist die grundsätzliche Aufgabe die gleiche: die vorhandene Energie optimal zu nutzen.

Wie geht es weiter mit dem ID.R?

Bereits im September steht mit dem Tianmen Mountain in China das nächste spannende Projekt auf dem Programm. An diesem in China als mystisch geltenden Berg gibt es noch keine Rekordzeit. Daher möchten wir dort eine Richtzeit setzen und auf diesem Weg in dem für uns sehr wichtigen Markt unsere Kompetenz in der Entwicklung elektrischer Antriebstechnologie unterstreichen. Bis 2028 möchten wir die Hälfte unserer geplanten 22 Millionen Elektroautos in der Volksrepublik produzieren. Aber auch in Europa haben wir noch einige Ideen, wie der ID.R als hochemotionaler Rennwagen die Verbreitung der Elektrotechnologie und die Einführung des ID.3 und der weiteren ID. Modelle ab dem Jahr 2020 unterstützen kann.

 

Volkswagen ID.R (Foto: Volkswagen)


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